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Abhidharma

Der dritte Teil des Tripitika oder des buddhistischen Kanons. Er behandelt hauptsächlich philosophische Probleme.

abhiseka

(wörtlich sprühen). Zeremonien, durch die im Vajrayana-Buddhismus der Schüler in eine höhere Ebene des Studiums eingeführt wird. Die Zahl der Einweihungen variiert von Tradition zu Tradition.

Achtfacher Pfad

Die vierte Edle Wahrheit ist der Weg in acht Schritten, den Buddha aufgezeigt hat, um das Leiden zu überwinden.

Achtsamkeit

Die Grundlage aller buddhistischen Praxis. Die Vorstellung, daß man „aufwachen" und sein Leben bewußt und befreit leben muß.

ahimsa

Das Prinzip der Gewaltlosigkeit gegenüber anderen lebenden Wesen, zuerst im Jainismus entwickelt. Mit diesem Prinzip wird der Vegetarismus begründet. Heute ein zentraler Grundsatz des Buddhismus.

Amidabutsu

(„Der Buddha des grenzenlosen Lichts"). Die zentrale Figur im Buddhismus des Reinen Landes. Der Herrscher im „Reinen Land", in dem es unendlich viel einfacher für Buddhisten ist, ins Nirwana einzugehen.

anatman

Der buddhistische Glaube, daß es keine unsterbliche Seele gibt, sondern eher eine „Wolke" von Empfindungen und Prozessen, die die Menschen fälschlicherweise für eine eigenständig existierende Seele halten.

anitya

Der buddhistische Glaube, daß alles, was wir in der Welt erfahren, unbeständig ist.

arhant

Bezeichnung im Theravada-Buddhismus für jemanden, der ins Nirwana eingegangen ist.

atman

Vorstellung im Hinduismus, daß es eine unsterbliche Seele gibt, die in mancher Hinsicht mit Biahman verbunden ist.

Bodhisattva

So bezeichnet der Mahayana-Buddhismus ein Wesen, das alle notwendigen Dinge erreicht hat, um ins Nirwana eingehen zu können, sich gleichwohl aber dafür entscheidet, seine oder ihre Erlösung zurückzustellen, um sie anderen Wesen ebenfalls zu ermöglichen.

Brahman

Im Hinduismus das allem zugrunde liegende Prinzip des Universums. Letztendliche Wirklichkeit.

Brahmanen

Oberste Kaste im Hinduismus. Priesterstand.

Brahmanismus

Die erste Phase des Hinduismus, gekennzeichnet durch komplizierte, hochentwickelte Opferrituale, die von Brahmanen geleitet wurden.

Dalai Lama

Das Oberhaupt der Gelugpa-Schule im tibetischen Buddhismus. Heute das anerkannte spirituelle Oberhaupt im tibetischen Buddhismus. Der gegenwärtige Dalai Lama ist der Vierzehnte Dalai Lama seiner Schule.

dana

Im Theravada-Buddhismus die wichtigste Aufgabe der Laien, die darin besteht, den buddhistischen Mönchen materielle Güter großzügig zur Verfügung zu stellen.

Dhyana Buddha

Die Buddhas anderer Universen. Sie werden so genannt, weil sie überwiegend nur in der Meditation vom Schüler erfahren werden können. In der Schule den Reinen Landes von Bedeutung.

dorje

Ein kleines Zepter, das normalerwcise in der rechten Hand gehalten wird. Es wird in vielen tibetischen Ritualen benutzt.

Dreifache Zuflucht

(Drei Juwelen) Öffentliche Erklärung der Zufluchtnahme zum Buddha, seinen Lehren und seiner Gerneinschaft.

Drei Grundpfeiler der Existenz

Die grundlegende philosophische Basis im Buddhismus, die besagt

  1. Die materielle Welt ändert sich ständig
  2. Das menschliche Leben ist letztlich unbefriedigend
  3. Es gibt keine eigenständige menschliche Seele, die aus diesem Leben ins nächste Leben weiter wandern könnte

duhkha

(Leiden) Die buddhistische Vorstellung, daß Leben grundsätzlich Leiden bedeutet.

Erleuchtung

Das Ziel aller buddhistischen Praxis. Erleuchtung ist ein Zustand, der mit unseren normalen Begrifflichkeiten nicht zu fassen ist. Buddhisten beschränken sich deshalb oft auf den Hinweis, daß es sich um eine völlig andere Wirklichkeit handelt.

Fünf Gebote

Buddhistische Ethik, die allen Formen des Buddhismus zu Grunde liegt. Sie lauten nicht töten, nicht lügen, nicht stehlen, keine unangemessenen sexuellen Handlungen ausführen und keine Drogen nehmen.

Geschickte Mittel

Ein Begriff, der in allen Formen des Buddhismus vorkommt, aber im Mahayana- Buddhismus dominierend ist. Die Vorstellung, daß ein hoch entwickelter buddhistischer Weiser Handlungen, die falsch oder unmoralisch aussehen, benutzt, um Schüler zu dem höheren Gut. eines religiösen Lebens zu führen.

ghanta

Kleine Handglocke, die in vielen tibetischen Zeremonien in der linken Hand gehalten wird.

Guru

Religiöser Lehrer. Im Buddhismus wird ein Lehrer als ganz wesentlich für die spirituelle Entwicklung angesehen.

Herz-Sutra

Zentraler Text des Zen-Buddhismus. Der Text des Herz-Sutra ist so kurz, daß er in den meisten Zen-Zeremonien vollständig rezitiert wird.

Himmelsbegräbnis

Die tibetischen Buddhisten glauben, daß es gut für einen Verstorbenen ist, wenn seine Leiche Vögeln zum Fraß hingeworfen wird. Er erwirbt so gutes Karma für sein nächstes Leben.

Jainas

Frühe Gruppe von Sramanas, die in Organisation und Lehren dem Buddhismus sehr ähnlich sind.

Jatakas

Kurze Erzählungen aus den früheren Leben des Buddha, bevor er Buddha wurde. Diese Geschichten haben oft eine didaktische Botschaft, dienen aber auch der Unterhaltung in buddhistischen Gesellschaften.

Karma

Die Vorstellung, daß jede Handlung unausweichlich eine Wirkung haben wird, selbst wenn man ihre Früchte nicht in diesem Leben ernten kann. Karma ist die Antwort der indischen Religionen auf das Problem des Bösen.

Kaste

In der Vorstellung der Hindus sollte die Gesellschaft in vier Kasten unterteilt sein, in die man hineingeboren wird.

Koan

Rätsel, gewöhnlich in Form einer Frage, das im Zen-Training genutzt wird, damit der Übende den logischen Verstand „abstellt". Sehr häufig gibt es keine rationale Antwort auf die Fragen, die in den Koans gestellt werden.

Lotus-Sutra

Das zentrale Schriftstück der T'ien-t'ai Schule. Das Lotus-Sutra ist in Indien entstanden, in China hat es seine höchste Entwicklung erreicht.

Lotussitz

Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen, die am förderlichsten für die Meditation ist.

Mahayana

(wörtlich das große Fahrzeug). Schule im Buddhismus, die in China, Korea, Vietnam und Japan dominiert.

mandala

Heilige Zeichnung, die den Übenden mit einer Art „Landkarte" der Wirklichkeit ausstattet. Wird in der tibetischen Tradition häufig angewandt.

mantra

Heilige Formulierung, die auf unterschiedliche Art und Weise in der buddhistischen Meditation eingesetzt wird. Alle Schulen des Buddhismus kennen Mantras, besonders intensiv eingesetzt aber werden sie im tibetischen Buddhismus.

mudra

Gesten, die mit den Händen ausgeführt werden. Besonders in tibetischen Ritualen von Bedeutung.

Nirwana

Das Gegenteil von Samsara, der Welt, in der wir uns im Augenblick befinden. Das Ziel der buddhistischen Praxis. Die Buddhisten zögern, diesen Zustand zu beschreiben. Sie beschränken sich auf die Aussage, daß das Nirwana anders sei als alles, was wir in dieser Welt erfahren.

Pali

Ein Dialekt des Sanskrits. Pali ist die Sprache der ältesten buddhistischen Schriften und die heilige Sprache im Theravada-Buddhismus.

phurba

Ritueller Dolch. Wird in tibetischen Ritualen benutzt, um „Unwissenheit" abzuschneiden.

Poya-Tage

Die „Sonntage" im Theravada-Buddhismus. Sie finden zweimal im Mondmonat statt an den Vollmond- und Neumond-Tagen. An diesen Tagen führen fromme Buddhisten eine Reihe religiöser Handlungen aus. So geben sie den Mönchen Essen, hören Predigten und halten sich streng an die Fünf Gebote.

pratitya-samutpada

Die buddhistische Vorstellung, daß die Welt nicht beständig ist, sondern aus einer endlosen Kette sich gegenseitig bedingender Ereignisse besteht.

puja

Zeremonie im Hinduismus und Buddhismus zur Verehrung von Göttern.

punya

Vorstellung, daß durch gute Handlungen Verdienste erworben werden. Diese Verdienste kann man, zumindest im Theravada-Buddhismus, bei den Göttern gegen materielle Begünstigungen eintauschen.

Reinkarnation

Vorstellung aller indischer Religionen, daß die Menschen Leben für Leben „recycelt" werden. Weit entfernt davon, als etwas Gutes angesehen zu werden, wird Reinkarnation als etwas betrachtet, dem man um jeden Preis entkommen sollte.

Rigveda

Älteste der hinduistischen Schriftsammlungen.

Rinzai

Eine der zwei dominierenden Schulen im Zen-Buddhismus. Diese Richtung setzt intensiv Koans zur Schulung ein.

samadhi

Das niedrigere von zwei Stadien buddhistischer Meditation. Besteht hauptsächlich darin, den Geist zu beruhigen.

samsara

Die Welt, so wie wir sie erfahren. Etwas, aus dem man so schnell wie möglich ausbrechen sollte.

Sangha

Sangha, wörtlich “Schar”, ist eine Bezeichnung für die Mönchsgemeinde. Der Sangha, der Orden vollordinierter Mönche und Nonnen, ist der sichtbare Repräsentant des Buddha in der Welt.

Sanskrit

Die heilige Sprache des Hinduismus und ganz allgemein von Indien. Entfernt verwandt mit dem Englischen, Spanischen und Französischen.

Soto

Die zweite der großen Schulen im Zen. Anders als im Rinzai-Zen versucht der Soto-Zen, auf den Gebrauch von Koans zu verzichten und sich auf ganz auf das „Sitzen" zu beschränken.

Sramanas

Eine religiöse Bewegung, die sich von der vorherrschenden Schule der Brahmanen abspaltete. Aus den Sramanas haben sich sowohl der Buddhismus als auch der Jainismus entwickelt.

Stupa

Erdhügel, der über einer Reliquie des Buddha angelegt wurde. Populäre Pilgerstelle.

sunyata

Die Vorstellung im Mahayana-Buddhismus, daß letztlich nichts eine eigene Existenz hat.

Sutras

Die zweite der drei Abteilungen der Tripitika. Enthält die Predigten und Geschichten des Buddha.

Sutras des Reinen Landes

Textsammlung, die das Reine Land beschreibt. Die Schriftengrundlage verschiedener Schulen des Reinen Landes.

Tantra

Religiöse Praxis, die sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus ausgeübt wird. Betont hoch entwickelte Rituale, die vom einzelnen Gläubigen ausgeübt werden.

Theravada

(wörtlich der „Weg der Älteren") Die älteste Form des institutionalisierten Buddhismus. Im Theravada wird besonders die Meditation und ein diszipliniertes Leben betont. Diese Form des Buddhismus findet sich vorwiegend in Sri Lanka, Burma (Myanmar), Thailand, Laos und Kambodscha.

Tripitika

Der buddhistische Kanon. Bezieht sich auf die Dreiteilung des Kanons in das Vinaya, die Sutras und den Abhidhaima, deren Texte in drei unterschiedlichen Körben gesammelt wurden.

trsna

Die buddhistische Vorstellung, daß alles Unglück aus Begierde (wörtlich „Durst") oder Gier nach Besitz entsteht.

tulku

Das wiedergeborene Oberhaupt einer klösterlichen Linie in Tibet. Der im Westen bekannteste tulku ist der Dalai Lama.

Upanishaden

Eine Reihe philosophischer Texte, die am Ende der vedischen Epoche (ca. 800 bis 400 v. Chr.) entstanden. Zahlreiche Ideen, die sich in den Upanishaden finden, nimmt sowohl die buddhistische als auch die Jaina-Literatur auf.

Vajrayana

Die dritte und späteste der drei großen Schulen des Buddhismus. Im Vajrayana spielt das Ritual eine große Rolle. Früher weiter verbreitet als in der Gegenwart, wird das Vajrayana heute vor allem in Tibet praktiziert.

Vier edle Wahrheiten

Die Lehre vom Leiden und der Überwindung des Leidens.

Vinaya

Die erste der drei Abteilungen des Tripitika. Das Vinaya enthält die Regeln, nach denen die Mönche und Nonnen leben sollen.

vipasyana

Die zweite und höhere Stufe der buddhistischen Meditation, die den Übenden zur Erleuchtung führen soll.

Yidam

Im tibetischen Buddhismus eine persönliche Gottheit, die eine zentrale Rolle in der Meditations- und Ritualpraxis des Übenden spielt.

Yoga

Eine Reihe von praktischen Übungen, deren Zweck es ist, daß der Übende die Natur der Wirklichkeit erkennt. Wird sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus benutzt.

Zen

Eine Schule des Mahayana, die meditatiye Übungen dem Studium von Schrifttexten vorzieht. Findet sich vorwiegend in China, Korea und Japan. In den letzten Jahren war Zen in Amerika und Europa sehr einflußreich.

Zwielichtsprache

Im Vajrayana-Buddhismus eine gewollt unverständliche, doppeldeutige Sprache. Sie soll verhindern, daß Lehren von dazu nicht befugten Gläubigen ausgeübt werden können. Die Zwielichtsprache kann nur mit Hilfe eines Gurus oder Lehrers verstanden werden.

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